Das zweithöchste Gebäude Krakaus (das höchste ist nebenbei das Cracovia Business Center („Krakowski Błękitek“) nur etwas weiter südlich mit 105 Metern) ist eigentlich gar kein Gebäude. Zumindest noch keines, und das schon seit sehr langer Zeit. Sein landläufiger Name leitet sich von der Action-Comicfigur (Masters of the Universe) „Skeletor“ ab und heißt folgerichtig polnisch „Szkieletor“ (sprich: Schkjälätorr). Es handelt sich um eine 91 Meter hohe Ruine, bzw. ein Betongerüst, das einmal als 24-stöckiges Bürohochhaus der „Naczelna Organizacja Techniczna“ (NOT) geplant war – bevor das Geld dafür recht frühzeitig ausging. (Daher auch der andere Name, der den man für den Turm-Torso übrig hat: „Wiezowiec NOT“ = NOT-Hochhaus). Das war 1979 – nach 4 Jahren Planungszeit in der damals noch planungssozialistischen Welt.
Geschickterweise wird es als großflächige und weithin sichtbare Werbefläche genutzt, denn der Anblick wäre sonst wirklich grauenhaft - das Gerüst sieht „nackt“ so aus, wie nach einem Großbrand. 30 Jahre ragt es nun unverändert in den Himmel.
„Nutzungs-Bäumchen-Wechsel-Dich“
Die Pläne über eine weiteres Vorgehen wechselten sich mehrfach ab: Sollte es noch in den 80ern als Wohngebäude fertiggebaut werden, verhinderten nach der sozialistischen Zeit unklare Eigentumsverhältnisse eine kommerzielle Nutzung. 2004 kam erstmal der Plan einer Sprengung zugunsten netter aussehender Gebäude auf – was sich allerdings auch nicht durchsetzte.
Zuletzt schwelte ein Streit zwischen einem neuen Investor und der Denkmalschutzbehörde, die eine Aufstockung auf 130 Meter verhindern wollte. Als Kompromiss einigte man sich nun nach 4 Jahren auf 102,5 Meter. Der Ausbau soll nun 2010 beginnen und Apartments, ein Hotel und Büroräume erwirken. Die Spitze des Hochhauses soll dann eine Galerie oder Café zieren.