Kreisförmig um die Stadt herum sind die mehr oder weniger gepflegten Überreste sogenannter Forts zu entdecken. Das spricht man so, wie man es liest und nicht wie die Wild-West-Variante ohne „t“. Sie sind damit auch nicht zu vergleichen, denn sie sind nicht aus Holzstämmen erbaut, sondern vielmehr massive Festungen aus Stein. Ursprünglich war es ein regelrechter Festungsring, über den es im Internet vielfach unter dem Stichwort „Festung Krakau“ genaues zu lesen gibt.
Errichtet wurden die einzelnen Bauwerke teilweise schon ab 1850 von den Österreichern, die die die Stadt bekanntermaßen bis Ende des 1. Weltkrieges zu ihrem Vielvölker-K.u.k.-Staat zählen konnten. Begonnen hatte man zunächst mit einem Ausbau des Wawel und weiterer Hügel, um ein Bollwerk gegen die Russen zu haben. Nur wenige Kilometer weiter nördlich begann schließlich schon das Russische Reich, das sich bei der Auflösung Polens weitere große Teile des Landes einverleibt hatte. An dieser Grenze standen sich die beiden damaligen Großmächte und Kaiserreiche misstrauisch gegenüber.
Festung Krakau
Über 200 größere und kleinere Befestigungen hat man nach und nach bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Das reichte von Zitadellen, Kasernen und Bastionen bis zu Schanzen und Bunkern – und eben besagter Forts – alles in unterschiedlicher Nähe zur Stadt. Es war der größte Verteidigungskomplex in Europa.
Im 1. Weltkrieg tat dieses Gesamtkriegswerk “Festung Krakau“ dann seine Dienste. 44 dieser Bauwerke sind bis heute in irgendeiner Form noch erhalten. Was also noch übrig ist, kann besichtigt werden und/oder wird auch recht profan verwendet. Der Innenhof des Fort Kleparz im Norden Krakaus, bestimmt das innenstadtnächste Fort, wird beispielsweise ganz pragmatisch als bewachter Parkplatz genutzt. Andere liegen halb verschüttet im Wald. Die „Besichtigung“ ist ein ziemlicher Hindernislauf.
Einen Überblick über die vorhandenen Festungsteile kann man hier bekommen: www.fortyck.pl. Die Seite verfügt über eine ausführliche Fotogalerie.


























