Mai 21, 2009 von Steffen Setzer
Kreisförmig um die Stadt herum sind die mehr oder weniger gepflegten Überreste sogenannter Forts zu entdecken. Das spricht man so, wie man es liest und nicht wie die Wild-West-Variante ohne „t“. Sie sind damit auch nicht zu vergleichen, denn sie sind nicht aus Holzstämmen erbaut, sondern vielmehr massive Festungen aus Stein. Ursprünglich war es ein regelrechter Festungsring, über den es im Internet vielfach unter dem Stichwort „Festung Krakau“ genaues zu lesen gibt.
Errichtet wurden die einzelnen Bauwerke teilweise schon ab 1850 von den Österreichern, die die die Stadt bekanntermaßen bis Ende des 1. Weltkrieges zu ihrem Vielvölker-K.u.k.-Staat zählen konnten. Begonnen hatte man zunächst mit einem Ausbau des Wawel und weiterer Hügel, um ein Bollwerk gegen die Russen zu haben. Nur wenige Kilometer weiter nördlich begann schließlich schon das Russische Reich, das sich bei der Auflösung Polens weitere große Teile des Landes einverleibt hatte. An dieser Grenze standen sich die beiden damaligen Großmächte und Kaiserreiche misstrauisch gegenüber.
Festung Krakau
Über 200 größere und kleinere Befestigungen hat man nach und nach bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Das reichte von Zitadellen, Kasernen und Bastionen bis zu Schanzen und Bunkern – und eben besagter Forts – alles in unterschiedlicher Nähe zur Stadt. Es war der größte Verteidigungskomplex in Europa.
Im 1. Weltkrieg tat dieses Gesamtkriegswerk “Festung Krakau“ dann seine Dienste. 44 dieser Bauwerke sind bis heute in irgendeiner Form noch erhalten. Was also noch übrig ist, kann besichtigt werden und/oder wird auch recht profan verwendet. Der Innenhof des Fort Kleparz im Norden Krakaus, bestimmt das innenstadtnächste Fort, wird beispielsweise ganz pragmatisch als bewachter Parkplatz genutzt. Andere liegen halb verschüttet im Wald. Die „Besichtigung“ ist ein ziemlicher Hindernislauf.
Einen Überblick über die vorhandenen Festungsteile kann man hier bekommen: www.fortyck.pl. Die Seite verfügt über eine ausführliche Fotogalerie.

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Mai 3, 2009 von Steffen Setzer
Eines der schönsten Bauwerke der Stadt ist das Teatr J. Słowackiego zwischen Bahnhof und der Altstadt gelegen. Eröffnet wurde es im Jahr 1893, errichtet nach dem Vorbild der Pariser Oper (Opéra Garnier). Es ist das größte Theater Krakaus. Aufgeführt werden klassische polnische Stücke sowie Ballett und Opern. (Letztere wurden nach der Fertigstellung des neuen Opernhauses (s.u.) mehr dorthin verlagert). Benannt wurde das Theater nach Juliusz Słowacki (1809-1849). Dieser gilt neben Adam Mickieweicz als der größte polnische Nationaldichter der Romantik. Das Haus ist wirklich prachtvoll und in einem exzellentenm Zustand. Die anliegenden Gebäude runden eine reizvolle optische Gesamtszenerie ab. Es ist natürlich bei weitem nicht das einzige Theater, wenn auch das bekannteste. Dort gastiert oft die Krakauer Oper („Scena Operowa“) und das klassische Ballett. Eine gewisser Graf Karol Kruzer aus Podolien (heute ukrainisch) sponsorte einen Großteil der nötigen Summe für den Bau des Hauses und kann daher getrost als Initiator gelten.


Teatr J. Słowackiego
Pl. Sw. Ducha 1
Tel.: (+48 12) 422 40 22
www.slowacki.krakow.pl
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Weitere wichtige Theater im Stadtgebiet:
Teatr Bagatela

Modernes Theater mit Komödien, Musicals und leichter Kost
ul. Karmelicka 6
Tel.: (+48 12) 422 45 44
www.bagatela.krakow.pl
Teatr Stary

Tatsächlich das älteste und renommierteste Theater Polens mit einer berühmten, etwas angestaubten Jugendstilfassade. Gespielt werden polnische und europäische Theaterklassiker. Im Keller befindet sich ein kleines Museum und das berühmte Cafe „Maska“.
Pl. Szczepański 1
Tel.: (+48 12) 422 40 40
www.stary-teatr.krakow.pl
Teatr Groteska

Nettes kleines Theater außerhalb der Altstadt – Das Ensemble tritt im Sommer auch auf dem Rynek auf.
Das Groteska veranstaltet 2009 erstmalig das Schattenfestival – internationale Schattentheater-Ensemble geben sich drei Tage lang die Ehre.
ul. Skarbowa 2
Tel.: (+48 12) 633 37 62
www.groteska.pl
Opera Krakowska

Die neue Oper wurde vor einem Jahr fertiggestellt – im Rahmen der gesamten Umgestaltung dieses Stadtbereichs
ul. Lubicz 48
Tel.: (+48 12) 296 61 00
www.opera.krakow.pl
Teatr Ludowy

ein volkstümliches Theater
Osiedle Teatralne 34
Tel.: (+48 12) 68 02 100
www.ludowy.pl
Teatr Nowy
ul. Gazowa 21
Tel.: (+48 12) 500 450 849
www.teatrnowy.com.pl
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Mai 3, 2009 von Steffen Setzer
Das zweithöchste Gebäude Krakaus (das höchste ist nebenbei das Cracovia Business Center („Krakowski Błękitek“) nur etwas weiter südlich mit 105 Metern) ist eigentlich gar kein Gebäude. Zumindest noch keines, und das schon seit sehr langer Zeit. Sein landläufiger Name leitet sich von der Action-Comicfigur (Masters of the Universe) „Skeletor“ ab und heißt folgerichtig polnisch „Szkieletor“ (sprich: Schkjälätorr). Es handelt sich um eine 91 Meter hohe Ruine, bzw. ein Betongerüst, das einmal als 24-stöckiges Bürohochhaus der „Naczelna Organizacja Techniczna“ (NOT) geplant war – bevor das Geld dafür recht frühzeitig ausging. (Daher auch der andere Name, der den man für den Turm-Torso übrig hat: „Wiezowiec NOT“ = NOT-Hochhaus). Das war 1979 – nach 4 Jahren Planungszeit in der damals noch planungssozialistischen Welt.
Geschickterweise wird es als großflächige und weithin sichtbare Werbefläche genutzt, denn der Anblick wäre sonst wirklich grauenhaft - das Gerüst sieht „nackt“ so aus, wie nach einem Großbrand. 30 Jahre ragt es nun unverändert in den Himmel.
„Nutzungs-Bäumchen-Wechsel-Dich“
Die Pläne über eine weiteres Vorgehen wechselten sich mehrfach ab: Sollte es noch in den 80ern als Wohngebäude fertiggebaut werden, verhinderten nach der sozialistischen Zeit unklare Eigentumsverhältnisse eine kommerzielle Nutzung. 2004 kam erstmal der Plan einer Sprengung zugunsten netter aussehender Gebäude auf – was sich allerdings auch nicht durchsetzte.
Zuletzt schwelte ein Streit zwischen einem neuen Investor und der Denkmalschutzbehörde, die eine Aufstockung auf 130 Meter verhindern wollte. Als Kompromiss einigte man sich nun nach 4 Jahren auf 102,5 Meter. Der Ausbau soll nun 2010 beginnen und Apartments, ein Hotel und Büroräume erwirken. Die Spitze des Hochhauses soll dann eine Galerie oder Café zieren.
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Mai 2, 2009 von Steffen Setzer
Im Vergleich zu anderen Großstädten ist Krakau angenehm grün. Gut verteilt im Stadtgebiet finden sich so einige größere und kleinere Parks und Anlagen, viele Straßen werden von Alleen gesäumt und der ehemalige Stadtmauerring „Planty“ umgrenzt als grüner Wall die Innenstadt. Und als wirklich groß ist nicht zuletzt die sogenannte Błonia-Wiese zu bezeichnen. Allein die 48 Hektar wären noch nichts Ungewöhnliches. Aber die abgezirkelte Dreiecksform und die Zentrumsnähe im Westen der Stadt ist das besondere an dieser Grünfläche.

Seit dem Jahr 2000 denkmalgeschützt, wurde sie 1162 erstmals erwähnt, als der Adelige Jaksa z Miechow Wiesen zwischen Zwiezyniec und Lobzow vor seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land den Norbertanerinnen vermacht hatte. Die tauschten die Błonia 1366 beim Stadtrat Krakaus gegen ein Gebäude in der Altstadt an der ul. Floriańska ein. Ab dann war sie städtisches Eigentum. König Kazimierz der Große sicherte die Unbebaubarkeit zu, so dass sie den Einwohnern zur Vieh- und Pferdehaltung dienen konnte.

Heute ist die Wiese ein beliebter Naherholungsort zum darauf herumliegen, und an seinem Rand entlang zujoggen, spazierenzugehen oder Rollerskate zu fahren. Auch größere Open Air-Veranstaltungen finden dort selbstverständlich gerne statt. Den Spitznamen „Papstwiese“ erhielt die Błonia durch die Messe, die Papst Johannes Paul II. hier vor Millionen Menschen zelebriert hatte.
Das spitze Eck der Wiese zeigt zur Stadtmitte hin. Sie endet dort direkt an der Halbringstraße Aleja am berühmten Hotel Cracovia. Einer baumreichen Seite entlang fährt eine Straßenbahnlinie und die anderen Seite markiert eine wichtige Ausfallstraße.

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April 19, 2009 von Steffen Setzer
Ein mehr oder weniger (nicht) auffallendes Merkmal der Stadt (und wahrscheinlich fast des ganzen Landes) ist das fehlende flächendeckende Angebot an Waschsalons. Was sicher fast in der gesamten Welt keinerlei Hemmschuh darstellt, ist hierzulande natürlich wieder einmal ein größeres Problem. Spricht man einen Polen darauf an, bekommt man in der Regel eine verzogene Miene mit dem Satz: „Ich zeig doch den anderen Leuten nicht meine schmutzige Wäsche!“ geboten. Eine typisch polnische Verhaltensweise, vermeintlich hütenswertes „Privatleben“ für sich zu behalten – naja, so sind sie eben (noch!) …
Waschen ist Geheimsache!
Und so hat natürlich jede noch so schäbige Bude eine Waschmaschine aufzuweisen und in den Studentenheimen stehen die Geräte gut verteilt herum. Also ist keinem das „Problem“ bisher so recht bewußt geworden, denn es ist ja auch gar kein faktisches, nur ein psychologisches. für das hektische Alltagsleben offensichtlich nicht von Belang, schließlich sind die Leute hier permanent aus dem Ei gepellt, schmutzige Hemdkrägen: Fehlanzeige.
Und weil wie fast immer eine Ausnahme die Regel bestätigt, gibt es seit 2007 mit dem Frania Café den ersten Waschsalons Krakaus, wo man auch gleich einen Kaffee bekommt.
Die Preise gestalten sich wie folgt:
- Waschen kostet 14 Zloty
- Trocknen kostet 10 Zloty
- beides zusammen: 16 Zloty
- Studenten zahlen für Waschen 1o Zloty,
bzw. für Waschen und Trocknen: 14 Zloty
geöffnet ist sieben Tage die Woche von 10.00-18.00 Uhr
wobei zu beachten ist, dass nach 17.00 Uhr kein Waschgang mehr begonnen werden darf.
zu finden ist der Laden hier:
ul. Wrzesińska 6. (unweit der Kreuzung Starowiślna/Józefa Dietla) – 31-358 Kraków
Telefon: 12 / 395-36-33
weitere Infos unter: www.pralniasamoobslugowa.pl

Es steht zu vermuten, dass es mittlerweile nicht der einzige Waschsalon mehr im Stadtgebiet ist – aber bekannt ist uns ehrlich gesagt kein weiterer …
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